top of page
  • AutorenbildCamperFan

#15 Ankommen in Andalusien

Aktualisiert: 13. März 2023





Den Jahreswechsel und die ersten Januarwochen nutzen wir in der warmen Sonne Andalusiens, um erst mal richtig anzukommen und verschiedene Arbeiten zu erledigen. Das milde und trockene Klima lockt mittlerweilen Wohnmobilisten und Vanlifer aus ganz Europa an, um hier zu überwintern. Aber nicht nur Camper fühlen sich wohl, sondern auch Gemüse und Früchte. Alleine in der Region Almeria, wo wir im Januar stehen, wird auf rund 36'000 Hektaren Gemüse angebaut. Ein Grossteil unseres Wintergemüses stammt von hier. Gemüseanbau ist denn auch unumstrittener Haupterwerbszeig dieser Gegend mit tausenden von Arbeitsplätzen. Aber die Medaille hat ihre Kehrseite: Ein Meer aus Plastikplanen – so gross, dass sie sogar vom Weltall aus zu sehen sind – überzieht die Gegend und viel des spärlichen Wassers wird zum Bewässern der Anlagen verwendet; die Böden sind überdüngt und die Umstellung auf Bio steht erst am Anfang.



Kaum Wintergefühle

Unsere Stellplätzte befinden sich zum Glück abseits des Plastikmeers am Rande des Naturparks Cabo de Gata und am «richtigen» Meer. Die Zeit hier nutzen wir – wie gesagt – um pendente Arbeiten und Projekte zu erledigen und natürlich auch, um den Park und die Umgebung mit dem Mountainbike, den Wanderschuhen und dem Kajak zu erkunden. In kurzen Hosen und T-Shirt kann man sich irgendwie kaum noch vorstellen, dass zuhause Schnee liegt (oder liegen sollte) und eigentlich Winter ist. Auch die Tage scheinen länger: Spanien befindet sich in der gleichen Zeitzone wie die Schweiz, liegt aber viel südlicher und westlicher. Deshalb bleibt es abends auch zur Jahreswende hell bis nach 18 Uhr – und morgens etwas länger dunkel. Kein Wunder, dass momentan nur die Prättigauer Chnödli, die es heute zum Abendessen gibt, an zuhause erinnern.




Lange Maurenherrschaft

Mehr als 700 Jahre stand Andalusien unter maurischer Herrschaft. Dies hat unter anderem Spuren in Form prachtvoller Bauwerke hinterlassen. In fast jeder grösseren Stadt befinden sich noch mehr oder weniger gut erhaltene Burgen, Schlösser, Festungen und Türme. Das schillerndste Relikt dieser Zeit ist wohl die weltbekannte Alhambra in Granada mit ihren Nasridenpalästen und den atemberaubenden Park- und Gartenanlagen. Aber auch die Alcazaba in Malaga und Almeria, die Mezquita in Cordoba und die Giralda in Sevilla sind weitum bekannt und noch gut erhalten.





Trockenste Gegend Europas

Die Wüste Tabernas gilt als trockenste Gegend Europas. Die schroffen Hügel und felsigen Schluchten dienten mit ihrer malerischen Kulisse schon für manchen TV- und Kinofilm als Drehort – vom bekannten Western «Spiel mir das Lied vom Tod» bis hin zur Netflix-Serie «Game of Thrones». Zwei ehemalige Westernstädte können heute noch besucht werden. Unser Fokus liegt im Januar vor der Haus- beziehungsweise Campertür. Dazu zählen natürlich nicht nur sportliche Aktivitäten, sondern zum Beispiel auch Marktbesuche. Einkaufen ist wesentlich günstiger als bei uns. Nicht nur auf dem Markt. Auch im Café oder Restaurant staunen wir regelmässig über die Preise: Ein zweier Weisswein, inklusive Tapas für 4,50 Euro oder zwei Milchcafés für 2,30 Euro. Zuhause werden wir dann wohl wieder in die andere Richtung staunen.



Es geht weiter

Ende Januar brechen wir die Zelte an der Küste ab und fahren ins spanische Outback, wo es deutlich kühler wird. Da wir die Wüste Tabernas bereits kennen, entscheiden wir uns diesmal für die Gorafe-Wüste. Unterwegs machen wir noch einen Stopp in Guadix. Von den gut 18'000 Einwohnern leben auch heute noch mehr als 4000 in Höhlen. Klingt steinzeitlich – die meisten Höhlen haben aber einen durchaus komfortablen Ausbau und weisen trotz Aussentemperaturen von minus 5 bis über 40 Grad eine Durchschnittstemperatur von 18 Grad auf. Die Gorafe-Wüste gilt nicht zu Unrecht als «Grand Canyon von Europa». Auf über 77 Quadratkilometer erstreckt sich ein abgelegenes Labyrinth von Bergen und Canyons. Einmal mehr sind wir erstaunt und begeistert, was Europa landschaftlich alles zu bieten hat. Da braucht man weder nach Amerika noch nach Australien zu fliegen. Das Schöne liegt sozusagen vor der «Haustüre» – von den «Dolomiten Graubündes» bis zum «Grand Canyon Europas»

330 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
bottom of page