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#2 Die Jungfernfahrt

Aktualisiert: 28. Juli 2020

Am Wochenende machen wir unseren "Moby Dick" zum ersten mal reisefertig. Die Jungfernfahrt soll an den Wolfgangsee in der Nähe von Salzburg führen. Bevor es losgeht, wollen wir auf einer Waage das Gewicht überprüfen. Die Hersteller sollen mit ihren Angaben ja oft schummeln, und da die Strafgelder je nach Land hoch sein sollen, möchten wir diesbezüglich kein Risiko eingehen. Die Waage zeigt, inklusive Karin und mir sowie Kaffee und Semmeln im Bauch, rund 3300 Kilogramm an. Geladen haben wir die übliche Grundausrüstung mit Geschirr, Zubehör, Kleider, Lebensmittel sowie unsere zwei Mountainbikes sowie ein aufblasbares Kajak. Gasflasche (Leichtvariante) ist voll, Dieseltank ist rund Dreiviertel und Frisch- und Grauwasser je die Hälfte. Freude herrscht, wir hatten gewichtsmässig Schlimmeres befürchtet! Da passt ja noch ordentlich Bier in die Garage rein! Ach ja: den Gas-Test haben wir übrigens auch noch gemacht. Dieser wir auf einigen Campingplätzen (mittels Dokument) verlangt.

Unser Fahrt führt durch das Rheintal zum Bodensee und via Lindau durch das schöne Allgäu bis zum Walchensee. Hier wollen wir auf dem Stellplatz Einsiedel, den wir zuvor in unseren Apps ausfindig gemacht haben, übernachten. Die Zufahrt am östlichen Seeufer entlang führt - zu unserem Erstaunten - über eine Mautstrasse (pro Tag 10 Euro), von welcher in der Stellplatzbeschreibung nirgends die Rede war. (Tipp: westliche Seeseite ohne Maut). Ein Übernachtung kostet 8 Euro, welche am Automaten beim Eingang bezahlt werden müssen. Bei einigen Plätzen stehen Münzen-Automaten, wo Strom angezapft werden kann.

Der grosszügige Stellplatz befindet sich nur wenige Gehminuten vom idyllischen Walchensee entfernt. Ein Abendspaziergang dorthin entfällt jedoch. Kaum sind wir angekommen, zieht ein Gewitter auf und es schüttet aus vollen Eimern. Auch in der Nacht hört der Regen nicht auf und sogar am Morgen schüttet es weiter. Unser Moby Dick hat seinen Dichtigkeitstest definitiv bestanden! Ist aber irgendwie gemütlich, wenn der Regen auf das Dach prasselt und man sich bei einer Tasse Kaffe ein Buch reinziehen oder am Blog schreiben kann. Mit Hoch- oder Downloaden geht hier nix, denn das veraltete 2-G-Netz reicht kaum, um eine Zeitung zu lesen.

Seecamping Appesbach


Am nächsten Tag erreichen wir unser Ziel, den Campingplatz Appesbach am Wolfgangsee im Salzkammergut. Nach dem Einchecken an der Rezeption erledigen wir noch Wasser/Abwasser, bevor wir unser Riesen-Teil zwischen den Obstbäumen souverän auf zwei Keile setzen und noch souveräner zum Apéro übergehen. Die ersten Nacht verläuft zwar ohne Regen; dafür werden wir um 02 Uhr durch Schiesslärm unsanft aus dem Reich der Träume geweckt. Offenbar findet auf der Wiese oberhalb des Campings doch tatsächlich eine Sauen-Jagd statt! Rund ein Dutzend Schüsse fallen, Hunde bellen. An Schlafen vorerst nicht zu denken. Erstaunlich, dass die Jäger ihre Jagdstrecke nicht auch gleich noch mit ihren Jagdhörnern verblasen (-: !!

Kajaken auf dem Wolfgangsee


Nach dem Frühstück geht es mit dem Mountainbike rund um den Schafberg - vorbei am Schwarzensee und oberhalb des Attersee und Mondsee entlang am Krottensee zurück zum Wolfgangsee. Zwar ohne Singletrails, aber trotzdem coole Runde mit rund 1000 Höhenmetern und 40 Kilometern. Am nächsten Tag paddeln wir mit dem Kajak vom Camping nach St. Wolfgang und auf die andere Seeseite zur Flussmündung und dem schönen Strand, bevor es quer über den See zurück zum Camping geht - gerade rechtzeitig, bevor sich neuer Gewitter entladen. In den Folgetagen chillen wir am See, treiben Sport, lesen, schreiben, shoppen und aperölen. Und ärgern uns über die zweite Corona-Welle, welche offenbar in vielen Ländern gerade anrollt. Österreich und Deutschland befinden sich zum Glück (noch) nicht auf der neuerlichen Quarantäne-Liste.


Das bekannte "Weisse Rössl", wo der gleichnamige Film mit Peter Alexander gedreht wurde


Samstag - Sporttag. Wir fahren mit dem Mountainbike über sehr schöne Radwege rund 17 Kilometer nach Bad Ischl zur Katrin-Seilbahn. Dort begehen wir den gleichnamigen Klettersteig Katrin im leichten bis mittleren Schwierigkeitsbereich. Anschliessend wandern wir noch auf den Elfenkogel, bevor es mit der Bahn zurück ins Tal und mit dem Bike zurück nach St. Wolfgang geht.

Den letzten Tag geniessen wir nochmals mit einer Kajaktour auf dem See sowie mit Baden und Relaxen.


Klettersteig Katrin am gleichnamigen Hausberg oberhalb Bad Ischl


Fazit nach der Jungfernfahrt und ersten Probewoche: Es hat alles ganz gut geklappt. Trotzdem orteten wir noch die eine oder andere Optimierungsmöglichkeit. Zum Beispiel mit einer Verlängerung der Küchen-Theke, die wir bauen möchten, mit einem Türvorleger gegen die Feuchte, die man in den Wagen schleppt, mit einer Entsorgungsstelle um Fahrerhaus, diversen Haken etc. Zudem müssen wir ein Fensterscharnier sowie die Schliessklappe eines Kästchens neu richten. Das Van-Life ist toll - auf gehs in die zweite Woche!

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