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# 14 Tarifa - das Ziel ist der Start

Aktualisiert: vor 10 Stunden


Bevor wir am südlichsten Punkt des europäischen Festlandes – im spanischen Tarifa – zu unserer «Panamericana» Europa starten können, müssen wir erst einmal dorthin gelangen. Und so ist unser Ziel eigentlich der Start. Aus diesem Grund entscheiden wir uns diesmal für die Klassik-Route via Genf – Rohnetal – Südfrankreich – Barcelona – Valencia – Alicante – Murcia – Malaga – Tarifa. Rund 2600 Kilometer.


Spanien wir kommen


Die Anreise

Die erste Etappe führt uns von der Ostschweiz an den Genfersee, wo wir in Céligny auf einem Hafenparkplatz übernachten. Wenn man für einmal nicht vom Norden in den Süden, sondern vom Osten nach Westen quer durch die Schweiz fährt, merkt man, dass diese eigentlich gar nicht so klein ist. Es zieht sich ganz schön in die Länge, bis man nach fast 400 Kilometer endlich ganz im Westen angelangt ist. Weiter geht’s über die französische Grenze via Valence bis in die Region Montpellier.



Dort finden wir auf einem Bauernhof an der Rohne zwischen Obstbäumen einen idyllischen Platz für unseren «Moby Dick». Die Logis-Gebühr muss (oder darf) mit einem Birnensaft und zwei Kilogramm Äpfeln abgegolten werden. Auch die dritte Nacht verbringen wir noch knapp in Frankreich – auf einer schmalen Landzunge zwischen dem Mittelmeer und einer grossen Lagune (Etang), kurz vor der spanischen Grenze. Hier am Meer ist die Temperatur erstmals deutlich milder.



Das bekannte Ebro-Delta, das zwischen Barcelona und Valencia liegt, ist unser nächstes Etappenziel. Die flache Landschaft mit den vielen Reis-Feldern und den Sumpfgebieten erinnert an die Po-Ebene. Rund 300 Vogelarten leben hier und viele Zugvögel aus dem Norden nutzen das fruchtbare und fischreiche Flussdelta als Überwinterungsplatz oder als Zwischenstopp auf dem weiteren Weg nach Süden.


Valencia bis Tarifa (inkl. Schlangenbucht)


Valencia – unser nächster Stopp – stand schon lange auf unserer Reiseliste. Endlich können wir die schöne Stadt einmal in Ruhe besichtigen: Vom Wohnmobilstellplatz am nördlichen Stadtrand kann man mit der Metro bequem ins Herzen von Valencia gelangen – inklusive der futuristisch anmutenden Stadt der Künste und der Wissenschaften.



Nach zwei Tagen Stadt-Feeling ist wieder Natur angesagt: In der bekannten «Schlangenbucht» bei Mazarron verbringen wir die nächsten zwei Nächte; direkt am idyllischen Palmenstrand. Unsere Morgenmüdigkeit vertreiben wir mit einem erfrischenden Bad im 17 Grad warmen oder eher kalten Meer. Die nächste Etappe ist gerade mal 50 Kilometer lang.



Ein schöner Freistehplatz abseits der Dörfer lockt noch einmal zu einer ruhigen Nacht am und erfrischenden Bad im Meer. So müssen wir am nächsten Tag etwas «Gas» geben und die Etappe bis nach Nerja verlängern. Das schmucke Dorf mit den eindrücklichen Tropfsteinhöhlen liegt rund 50 Kilometer vor Malaga.



Nach weiteren 280 Kilometern gelangen wir am nächsten Tag an unser Ziel – oder eben Startort – Tarifa. Die südlichste Stadt des europäischen Festlandes liegt an der Strasse von Gibraltar. Vom Strand aus sieht man die Hafenanlagen von Tanger in Afrika, dessen Küste hier gerade mal 14 Kilometer entfernt ist.


Es geht los - Start zu X-Europe


Katzensprung nach Afrika

Bevor wir zu unserer grossen X-Europe-Tour starten, schauen wir uns drei Tage Tarifa an, das vor allem von Surfern geprägt ist – früher Windsurfer, heute vorwiegend Kitesurfer. Tarifa ist Scheidepunkt zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik und gilt als einer der windreichsten Orte Europas. Demensprechend dicht tummeln sich hier die Surfcracks aus aller Welt. Zwischen den vielen Sportler- und Hippie-Bussen mit Traumfänger am Rückspiegel und Kaktus auf dem Armaturenbrett fällt unser spiessiges Wohnmobil diesmal eher mehr als weiniger auf. Aber die Stimmung ist friedlich und ausgelassen und der Naturplatz am Strand einmal mehr mega zum Übernachten.



Briten und Affen

Unsere erste Etappe führt uns nach Gibraltar. Das 6,5 Quadratkilometer kleine Land im Süden Spaniens wurde 1713 formell den Briten zugesprochen und ist seit 1830 britische Kronkolonie. Zwischen roten Telefonzellen, Briefkästen und Stadtbussen leben hier auf engstem Raum rund 35'000 Einwohner. Very britisch. Fish & Chips-Lokale an jeder Ecke. Wer in die dichtbesiedelte und hektische Stadt gelangen will, muss nicht nur den streng kontrollierten Zoll, sondern auch die Landebahn des internationalen Flughafens überqueren. Und wenn gerade eine Boeing 737 startet oder landet, muss man eben warten. Highlight in Gibraltar ist wohl der bekannte und weitum sichtbare Felsen von Gibraltar. Dieser kann bequem mit einer Seilbahn erklommen werden. Affen gibt es zwar überall in Europa; aber hier oben auf dem 427 Meter hohen Berg tummeln sich die einzigen echten Affen von Europa. Berberaffen. Ob diese einst von Afrika über die Meerenge schwammen, hierhergebracht wurden oder von einer europäischen Ur-Kolonie abstammen, ist nicht abschliessend belegt.



Ungewohnte Weihnachten

Weiter führt unsere Reise in Richtung Malaga und Almeria. Nach der langen Anreise und den ersten Etappen wollen wir in dieser Region etwas zur Ruhe kommen sowie die Festtage und den Jahreswechsel verbringen – zusammen mit Freunden, die wir auf unseren letzten Reisen kennengelernt hatten. Als «Kinder der Berge und des Winters» fällt es uns in kurzen Hosen und T-Shirt eher schwer, in den Weihnachtsmodus zu gelangen. Nach 10 Mal «Last Christmas» im Radio und 3 Mal Aschenbrödel am TV ist aber auch das geschafft. Übertrieben gesagt. Eigentlich ist Weihnachten in der Wüste unter Palmen ohnehin authentischer als im Schnee unter Tannenbäumen.


Ankommen in Andalusien

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